Historie

Abenteuer Geschichte

 

Halter, Bürger von Lungern www.halter-lungern.ch

Im Spätmittelalter lebten die Familien von den Erwirtschaftungen aus Grund und Boden. Die Aufteilung der bewirtschafteten Grundstücke war abgeschlossen. Aufteilungen und damit verbunden die Zerstückelung der bäuerlichen Betriebe, infolge Erbgang, lösten verschiedenste Probleme aus. Der älteste Sohn erbte das „Heimet“ und die anderen Geschwister mussten sich nach alternativen Erwerbsmöglichkeiten umsehen. Als Knecht, Handlanger, Kleinhandwerker oder im Handel (Produkte aus der Landwirtschaft) war zumindest ein Überleben möglich. Bessere Chancen hatte man sicher mit einem Eintritt in ein Kloster oder als Söldner in fremden Kriegsdiensten oder, indem man sich auf den Weg machte. Auf einen Weg ohne erkennbare Zukunft. Es lag somit auf der Hand, dass ab dem Jahr 1650 ein nicht unwesentlicher Exodus in andere Gebiete Europas erfolgte

Historie der Halter

Es kann davon ausgegangen werden, dass der Name „Halter“ aus dem Geschlecht der „von Halten“ entstand. Die Argumente dafür, können den nachfolgenden Recherchen entnommen werden.

 

Unsere wahrscheinlich frühesten Vorfahren (nach nachvollziehbaren Wurzeln), sind in der Gemeinde Halten zu finden. Mit der Kraft dieser Wurzeln und den Früchten dieses Stammbaumes kann der „Halterweg“ via Bern ins Haslital und über den Brünig nach Obwalden verfolgt werden. Nicht allen Früchten war die Möglichkeit gegeben, Wurzeln in heimischen Gestaden zu schlagen. Sie wurden gezwungen, sich vom Wind in andere Teile Europas oder sogar nach Übersee tragen zu lassen. Viele Samen fanden wieder guten Nährboden, weit von der Heimat entfernt. Viele Samen vermochten mit ihrem Wurzelwerk nur einen Baum zu versorgen.

 

Dieses kleine Dorf an der Oesch wird auch heute noch von dem an sanfter Halde stehenden Wohnturm beherrscht, dessen unterstes Geschoss nach L.R. Schmidlin noch ins 13. Jahrhundert zurückreichen dürfte. Er gehörte der anfänglich zähringischen, dann kyburgischen Dienstmannenfamilie von Halten, welche dort ihr Hofgut bewirtschaftete, und Twing und Bann zu Halten, Kriegstetten, Oekingen, Hersiwil und Recherswil mit allen den dazugehörenden Rechten verwaltete. Nachdem die Burg im Gümmenenkrieg von Solothurnern und Bernern zerstört worden war, veräusserte ihr Besitzer, der Edelknecht Konrad von Halten, seine Hälfte der Herrschaft einem Berner Bürger. Doch kaufte Klara von Halten, die Gemahlin Imers von Spiegelberg, welche die andere Hälfte der Herrschaft schon besass, 1357 den veräusserten Teil vom Berner Bürger Burkhard von Esche wieder zurück. So gelangte die ganze Herrschaft im Erbgang von Klara von Halten an ihren Sohn und später an ihren Enkel Hemmann, beide Schultheissen der Stadt Solothurn, welche sie durch weitere Erwerbungen bedeutend erweiterten. 1466 konnte Solothurn dank einer testamentarischen Verfügung des Schultheissen Hemmann von Spiegelberg von dessen Tochter Küngold und ihrem Gemahl Bernhard von Malrein die Herrschaft Halten samt ihrer ganzen wasserämtischen Zugehörde um die Summe von 400 rheinischen Gulden kaufen.

 

Lange Zeit diente der Turm, der nach dem Brande von 1543 für 500 Gulden wieder in Stand gestellt worden war, als Gefängnis. 1798 wurde er als Nationaleigentum erklärt und an die Bauernfamilie Schnider verkauft. Heute gehört er der Stiftung „Museum Wasseramt – Turm in Halten“, welche ihm mit Hilfe des Staates und Beiträgen von Geschichtsfreunden sachkundig restauriert und als Heimatmuseum der Allgemeinheit zugänglich gemacht hat.

Östlich des Schlossturmes, überm Mühlerain, befindet sich noch eine mit Graben versehene so genannte Erdburg, die auch unter Heimatschutz steht. Zu der Herrschaft Halten gehörte auch eine Hanfreibe und die Twingmühle, die noch bis 1896 betrieben wurde.

Burganlage Halten,

Halten, Vogelperspektive in den 70 er Jahren

Ansicht Turm von Halten, Aufnahmejahr unbekannt

Die „von Halten“ waren nach dem Gümmenenkrieg im Raum Kriegstetten nicht mehr zu finden. Die Verbindungen zum bürgerlichen Bern beinhalteten die Möglichkeit, dass die „von Halten“ im Haslital (Raum Meiringen und Interlaken, inkl. der Passübergänge) dauernden Wohnsitz nehmen konnten. Von diesem Stammland aus verbreiteten sich die „von Halten/Halter“ auf beiden Seiten des Brünigpasses. Dass verschiedene „von Halten“ als Gesandte der Kyburger im heutigen Berner Oberland und im Raum Obwalden in „hoheitlicher“ Art wirkten und, dass die dauernde Anwesenheit in den genannten Gebieten auch dazu beitrug, dass der eine oder andere sesshaft wurde, liegt auf der Hand

1331 belagerte Freiburg mit den Herren von Weissenburg, Greyerz und Thurn die Burg Mülenen im Kandertal, die an Bern verpfändet war. Die Berner schickten ein Heer und entsetzten die Burg.

 

Darauf zogen sie mit Hilfe von Solothurn, Biel, Murten und anderen Verbündeten gegen die freiburgische Burg Gümmenen (heutige Gemeinde Mühleberg), die Freiburg 1319 gekauft hatte. Gümmenen war ebenfalls ein Senseübergang und auch für Bern eine Bedrohung. Nach erfolgreicher Belagerung zerstörten sie die Burg sowie die zugehörige Siedlung Mauss.

 

Viele Dörfer in der Region wurden geplündert und verwüstet. Mit Solothurn zusammen eroberte Bern 1332 die Kyburger Burg Halten, zu deren Herrschaft ein grösseres Gebiet gehörte, nämlich die Region zwischen Aeschi und Kriegstetten mit Derendingen und der Exklave Steinhof.

 

1264 starben die Kyburger aus. Dies war das Signal für verschiedene Machtbeanspruchungen im Haslital. So „mischten“ die Habsburger und die Burgunder sowie die Freiherren von Eschenbach-Oberhofen und Ringgenberg tatkräftig mit. Aber auch das Augustinerkloster Interlaken versuchte, seinen Einfluss zu vergrössern. Mit grosser Sorge verfolgte das erstarkte Bern die Ereignisse im Haslital, denn die Handelsbeziehungen über die Pässe waren in Gefahr. Aus diesem Grund schlossen die Berner mit den Haslitalern im im späten 14. Jahrhundert einen Beistandspakt. So wurde Ritter Peter von Halten, durch die Berner eingesetzt, um zum „Rechten“ zu sehen. Dieser wirkte politisch sehr geschickt und wurde sogar Landamann von Hasli. Dies gefiel den Bernern nicht und sie setzten ihn wieder ab. Peter von Halten siegelte aber noch Jahre danach. Die damaligen Bürger von Hasli gewährten den neuen „von Halten“ das Landrecht. Die „von Halten“ brachten es im Haslital und auf der anderen Seite des Brünig zu Wohlstand und Ansehen

Im Onlineinventar des Staatsarchiv Kanton Bern: Peter von Halten, Edelknecht, gesessen zu Scharnachthal, übergibt seinem Sohne Anton von Halten alle Mannlehen und liegenden Güter, die er von der Herrschaft Oesterreich zu Lehen getragen: Die Güter an der Spilstatt, auf dem Bühl, im Boden und an andern Orten im Tal und in der Kirchhöre Grindelwald

In Unterwalden tritt der Geschlechtername „von Halten“ mit Junker Rudolf von Halten nachweisbar auf. Er war von 1368-1374 Landamann von Obwalden und hatte Wohnsitz in Lungern (beim ehemaligen Gasthaus Pfistern). Eine Tochter war verheiratet mit Landamann Walther von Hunwil, Giswil. Rudolf von Halten war mit seinem Enkel, Peter von Halten, an der Schlacht von Arbedo (1422) beteiligt, wo beide im Kampf fielen. Sein Sohn, Heini, organisierte für den verstorbenen Vater in Sachseln ein Jahrzeitstift. Dieser Halterstamm zog 1401 nach Luzern. Eventuell sind die heutigen Luzerner Halter Nachkommen aus diesem Zweig.

Erstmals erw. 6.10.1361, gestorben vor 12.10.1380. In den Urkunden als Junker und Edelknecht bezeichnet. Wappenähnlichkeit, evtl. Verwandtschaft, mit dem aus H. stammenden ritteradligen Ministerialengeschlecht. Vermutlich in Lungern oder Sachseln wohnhaft. 1368, 1372 und 1373 als Landammann von Obwalden urkundlich belegt. Seine Tochter war Gattin des Landammanns Walter von Hunwil. Sein Sohn Petermann verkaufte 1380 die Steuer im Gericht zu Obsee (Lungern), die er geerbt hatte. Historisches Lexikon Schweiz

1381 begegnen wir dem „Edelknecht“ Rudolf von Halten, der bei einer Schlichtung eines Streites zwischen dem Augustinerkloster Interlaken und den Unterwaldnern eingesetzt wurde. Der gleiche Rudolf (auch Rüdi oder Ruof genannt) schlichtete auch eine Auseinandersetzung mit dem Wallis. 1394 siegelte er sogar als Landamann des Hasli.

Das Augustinerkloster von Interlaken wurde erstmals 1133 urkundlich erwähnt. Nach der Reformation um 1525 ging der gesamte Klosterbesitz an den Staat Bern über. Dadurch wurde das Kloster in ein Spital umgewandelt. Erst ab 1841 fanden Gottesdienste statt. Der Kirchturm der ehemaligen Klosterkirche stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert. Besonders sehenswert ist der gotische Kreuzgang im ehemaligen Klosterhof und in dessen Kapelle von 1452. Bild: Interlaken Tourismus

Luftaufnahme Haslital

 

Bild: unbekannte Herkunft

1471 wird ein Mathias Halter (neue Schreibweise), Landamann, erwähnt und 1528 ein Thomas Halter, Landschreiber zu Hasli. Bei diesem Thomas Halter verweilen wir etwas, weil er eine Schlüsselfigur im Haslital war, und als erster die „luterische Ler“ annahm. Seine Tochter heiratete gar den Augustinermönch, Hans Juchli, den die Reformatoren im Hasli als ersten Pfarrer von Meiringen einsetzten. Die Verwandten ennet dem Brünig drohten darauf hin „mit gewaffneter Hand auszurücken um dem Pfarrer an Leib und Leben zu gehen“. Tatsächlich sind dann sogar die Unterwaldner mehrmals über den Brünig gezogen. 1528 zogen etwa 800 Unterwaldner, bewaffnet gegen Brienz. Landamann Niklaus Halter musste mehrmals vermittelnd eingreifen. Eine Akte wiederspiegelt die Verzweiflung so: „Heini an der Egs red wägen, als ob die von Lungren me den halb luderisch sin sohlen und di von Lungren nüd andrs wüse, denn als von fromen erenlüten“. Bern liess aber nicht locker und der „Kriegszug“ wurde schmählich zurückgeschlagen. Im Haslital ging es also in dieser Zeit ziemlich rau zu und her. Die Religionswirren führten schliesslich dazu, dass im Haslital der luterische Glaube siegte und ennet dem Brünig der katholische blieb.

Wenn sie an den Auseinandersetzungen im Rahmen der Reformation interessiert sind, so wird folgende Schriftfassung empfohlen: Geschichte der Disputation und Reformation in Bern von Samuel Fischer, geschrieben 1828; Siehe Seiten 404 bis 410

Aus dieser Zeit sind auch einige Gerichtsurteile vorhanden. So wird in der Scheidungsurkunde von Anna Halter mit einem Hans Schuoler (Schuler), einem Gegner der Reformation, der sich widerborstig benahm vermerkt, dass dieser aus der Landschaft Hasli verbannt wurde. Dieser siedelte sich ennet dem Brünig an, wo er ein unehrenhaftes Leben führte. Anna Halter kehrte ins Haslital zurück und verlangte die Scheidung

Das relativ späte "Auftauchen" der Halter im 14. Jahrhundert im Raum Lungern lässt sich damit erklären, dass der Stammsitz der Halter eher ennet dem Brünig, also im Haslital zu finden war.

 

Auszug aus dem Buch Geschichtsfreund Obwalden

Nach Auflösung des Augustinerklosters Interlaken wurden die Ländereien und Güter aufgeteilt. Die Land- und Güterteilungen zwischen 1529 und 1534 siegelte zur damaligen Zeit ein Wolfgang Halter

Nach Wolfgang Halter verschwindet das Geschlecht der Halter aus dem Haslital. Ob die Halter ausgestorben sind, oder über den Brünig ausgewandert sind, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Dass aber die Halter ennet dem Brünig prosperierten, ist auf alle Fälle nachvollziehbar.

Interessant ist sicher noch die Erwähnung von Niklaus Halter, aus Lungern, der 1517 als „Tagsatzungsbote“ genannt wird. Niklaus Halter muss ein bedeutender Mann gewesen sein. So war er von 1520 – 1522 als einziger Obwaldner, Landvogt zu Neuenburg, anschliessend sechsmal Landamann und Gesandter an der Religionsdisputation in Baden (1526). Seine Amtszeit (40 Jahre nach dem Tod des hl. Bruder Klaus) war im Umfeld der Religionswirren sicher sehr heikel.

In verschiedenen Stifterrodeln von Lungern und Giswil, aus der Zeit vor 1550, werden über 30 verschiedene Halter genannt.

Konzentrieren wir uns auf die Halter, die ab ca. 1550 nachweislich erfasst sind und Wohnsitz in Lungern oder im Obwaldnerland hatten.

Der erste Halter, von dem aus ein makelloser Stammbaum konstruiert werden kann, ist Rudolf Halter, des Rats, geboren1584. Sein Bruder Hans, geboren 1581, war „Capelvogt“. Diesem ist auch das erste Halterwappen (1600) zuzuordnen, das noch heute von den Halter, von Lungern, als Familienwappen verwendet wird. Mindestens ein Sohn von Rudolf Halter hiess Johann Halter, „des Rats Weibel“, geboren 1610, der im Taufregister Lungern unter der Nummer 400D eingetragen ist. Dieser Johann hatte mindestens drei Söhne, deren Nachkommen grossmehrheitlich eruiert werden können.

Das erste Halterwappen, in der noch heutigen Form der Halter von Lungern, ist an der Eingangspforte der Kapelle Obsee zu sichten.

 

Sicher gibt es noch andere Wappen aus früheren Zeiten; dazu siehe das Kapitel Wappen.

Talsicht von Lungern vom Viewing Point. Rechts unten ist die Kapelle Obsee erkennbar.

Bild: R. Halter

Nach dem Dreissigjährigen Krieg (1618 – 1648) waren grosse Teile Europas durch Krieg und Hungersnot zerstört. Louis XIV, bot im heutigen Elsass, ohne Entgelt, den Soldaten und Bauern Land an, das diese bearbeiten und bebauen konnten. Dieser Aufruf wurde auch von vielen Schweizern gehört. So war es nicht verwunderlich, dass auch viele Halter diese Gelegenheit nutzten und im Elsass zu Grund und Boden kamen. In der angestammten Heimat Obwalden war die Lage prekär, hier herrschten Hungersnot und sehr schwierige Lebensbedingungen. Die Schweizer wurden im Elsass mit offenen Armen aufgenommen. König Louis‘ Finanzminister, Jean-Baptiste Colbert, erklärte: Die Schweizer sind mit der nötigen Strenge zu behandeln, aber die mitgebrachte schweizerische Ordnung ist gut und das Geschäft mit diesen Bürgern läuft; also ist nichts zu ändern! Die Halters (und natürlich auch viele andere Familien aus der ganzen Schweiz) trafen im Elsass sicher kein Schlaraffenland an. Es musste alles neu aufgebaut werden. Die Nachkommen dieser Halter leben heute in verschiedenen Gebieten des Elsass und der nördlichen Schweiz

Jean-Baptiste Colbert präsentiert König Louis die Strukturbereinigung im Elsass. Der Rhein ist auf der Karte erkennbar.

Bild: unbekannt

In den Jahren um 1750 ist feststellbar, dass eine Migrationswelle in die neue Welt stattgefunden hat. Ausgelöst wurde dieser Exodus durch Hungersnöte, Religionswirren und politische Gesinnungen. Auch die Halter waren an diesem Exodus beteiligt. So sind verschiedene Halter-Familien aktenkundig, die Amerika erreicht haben. So z.B. 1738 ein Hans Martin Halter mit Familie, 1749 ein Anton Halter (geboren 1725 in Bubendorf) mit Familie und 1757 Catherina, Christina und Elisabeth Halter, alle eingehend in Lunenburg, Nova Scotia, damals „Britisch North America“. Jeder „Kopf“ erhielt damals 50 Morgen Land (ca. 2500 – 5000 m2). Sicher sind dies die ersten Halter, die ihre Füsse auf amerikanischen Boden setzten.

Zur gleichen Zeit gab es auch viele Halter, die ihr Glück in Söldnerdiensten suchten. So gibt es bei uns eine Linie von Johann Beat Halter (1730 – 1803, genannt Husar), der vermutlich in preussischen oder schwäbischen Regimentern Dienst leistete. Auch die VOC (Vereenigde Oostindische Compagnie) suchte Söldner, die ihren Handel auf den Seewegen und in fernen Ländern schützten. Im Schifffahrtsmuseum Amsterdam hat es Listen der angeheuerten oder zwangsrekrutierten Seemänner und Söldner. Der Name Michelis John Halter (+1781) wird hier geführt. Die „VOC“ hatte übrigens zur damaligen Zeit sogenannte „schweizerische Elitetruppen“ in zwei Regimentsstärken im Einsatz.

Sicher fundiert ist die Geschichte von Franzjosef Johann Halter (1796 - 1846), der in päpstlichen Diensten als Kommandant eines Regiments stand (s. Biografie). Seine Frau, Josepha Röthlin, akquirierte während seiner Einsatzzeit viele Obwalder, die dann ebenfalls in den Dienst der katholischen Kirche, irgendwo in Italien, traten. Franzjosef Johann Halter wurde in Forli, anlässlich einer Militärparade, mäuchlings ermordet. Sein Grabstein soll, bis vor der Renovation des Kapuzinerklosters in Forli (Italien), noch in dieser Kirche aufbewahrt worden sein. Die Uniform und Dokumente sind im Heimatmuseum Sarnen ausgestellt. Dass das Söldnerwesen auch einträglich sein konnte, hat er mit der Erstellung des barocken Doppelhausbaus im Grundacher, Sarnen, belegt.

Doppelhaus Grundacher, Sarnen; heutige Nutzung Kantonsbibliothek

Bild: unbekannt

Auch die französischen Könige warben in der Schweiz immer wieder Söldner an. Diese wahrscheinlichen Söldnergeschichten liegen im Moment für die Halter noch im Dunkeln. Vielleicht wird irgendwann auch hier einmal eine Klärung erfolgen.

Die Daheimgebliebenen bewirtschafteten den Grund und Boden und konnten davon leben. „Überfluss“ war in der damaligen Zeit ein unbekanntes Wort.

Sicher noch ein wichtiges Ereignis ist die Tieferlegung des Lungerensees. Am 16.11.1788 beschloss das Volk, dieses Projekt anzugehen, um neues Land zu gewinnen. Zwei Jahre später wurde mit dem Stollenbau begonnen. Von 1799 – 1802 musste die Tieferlegung, infolge der französischen Revolution unterbrochen werden, weil die damalige Helvetik in das Kriegsgeschehen verwickelt wurde. Erst am 09.01.1836 erfolgte der Durchstich. Auch die Halters waren an diesem Projekt beteiligt, winkte doch am Schluss die Erschliessung von zusätzlichem Grund und Boden.

So etwa ab 1800 sind praktisch alle Halter aktenkundig erfasst und ab anfangs des 20. Jahrhunderts gibt es auch Fotos von unseren Ahnen

Zwischen 1880 und 1910 erfolgte der zweite „Halter-Exodus“ nach Amerika, via Ellis Island, New York. Es sind namentlich bekannte Halter aus dem dargestellten Stammbaum (Nachkommen des Gottfried Halter „Friedlisepps“ und des Anton Halter „Postillion“), die irgendwo zwischen Oregon, Nebraska und Kalifornien ein neues Leben begonnen haben.

 

Unter der Einwanderungsliste www.libertyellisfoundation.org sind mehr als 1980 Halter (aus der halben Schweiz und dem Elsass) vermerkt, die zwischen 1890 - 1980 via Ellis Island in Amerika eingereist sind. Von Lungern sind 8 Personen mit dem Namen Halter vermerkt. Noch mehr sind es aus dem ganzen Kanton Obwalden.

 

Vielleicht lässt sich durch die Veröffentlichung dieses „Halter Stammbaumes“ weiteres Material lokalisieren und verschiedene, sich heute noch im Schatten befindende Fakten lassen sich erhellen.